Donnerstag, 18. Februar 2016

Herz oder Kopf?

deutschlyrik: Joris - Herz u00fcber Kopf:


Kennst du das? Wenn dein Herz dir etwas anderes sagt als dein Kopf? Und du stehst nun in der Mitte, zwischen alldem und sollst eine Entscheidung fällen? Was zählt mehr? Herz? Kopf? Oder doch beides? Herz, Kopf, Herz, Kopf...

Mein Herz beginnt zu rasen, sobald er meine Hand nimmt. Die Schmetterlinge beginnen zu flattern und meine Gehirn ist wie benebelt. Total klischeehaft, weiß. Ich weiß nicht mehr, wie mir geschieht und ich will nur noch in seinen Armen versinken.

Mein Kopf sagt mir, dass das alles sowieso nicht funktionieren würde, weil wir zu unterschiedlich sind und ruft mir gleich zu, dass andere Leute besser zu mir passen würden. Er introvertiert, ich extrovertiert. Er Technik, ich Sprachen. Er Praktiker, ich Theoretiker. Er katholisch, ich evangelisch. Er Bandenser, ich Schwabe...:D
 

Diesen Post habe ich vor acht Monaten begonnen und ihn nie fertig geschrieben. Vielleicht, weil ich selbst zu verwirrt war, um zu wissen, auf was dieser Post hinauslaufen sollte. Vermutlich war ich einfach viel zu sehr ins Geschehen involviert, um meine Gedanken klar zu fassen. Generell waren die letzten Monate sehr stressig, ich bin kaum dazu gekommen, meine Gedanken zu verschriftlichen, daher die lange Pause.

Wie ich mich entschieden habe? Herz oder Kopf?
In meinem Fall hat überraschenderweise das Herz gewonnen. Eigentlich bin ich ein totaler Kopfmensch: Für mich muss alles einen Sinn ergeben, ich traue meinen Gefühlen nicht mehr wirklich, denn man kann sich zu leicht täuschen und landet schnell auf der Schnauze. Wenn man einmal eine Fehlentscheidung getroffen hat, weil man sich zu sehr auf seine Gefühle verlassen hat, dann macht man das nicht mehr allzu schnell wieder.
Trotzdem hat das Herz gewonnen und glaubt mir: Es war auf keinen Fall leicht und ich weiß immer noch nicht wirklich, wie es genau passieren konnte. Es war ein Kampf, denn mein Kopf hatte beschlossen, dass er als Sieger hervorgehen will. Ich wollte diesem tollen Kerl, der mein Herz zum Rasen gebracht hat, einen Korb geben, aber irgendwie lief alles nicht nach Plan und überraschenderweise hat doch mein Herz gewonnen.
Natürlich war der Kopf erst sehr unzufrieden und hat mir diese Entscheidung tagelang mies geredet, denn eine Beziehung zu jemandem, der in ungefähr allem gegensätzlich ist und noch mehrere Stunden entfernt wohnt, das kann ja nicht gutgehen.


Doch jetzt, wo ich bald acht Monate mit diesem tollen Kerl zusammen bin, kann ich euch vier Dinge sagen:
 1. Manchmal hat das Herz auch recht und weiß vielleicht schon Dinge, die der Kopf noch gar nicht ahnen kann. Also an alle Kopfmenschen: Lasst euer Herz auch mal zu Wort kommen. Das heißt nicht, dass ihr euer Gehirn ausschalten sollt, denn Nachdenken schadet selten, aber das Herz sollte zumindest auch seine Meinung sagen dürfen;)
 2. Gegensätze ziehen sich wirklich an. Es kommt nicht darauf an, wie ähnlich ihr euch seid in Bezug auf Charakter oder Interessen. Es kommt darauf an, dass ihr in den wirklich wichtigen Dingen, wie Zukunftsvorstellungen, Werte und Einstellungen, zusammenpasst und dass ihr wenigstens ein paar Dinge habt, die euch gemeinsam Spaß machen.
 3. Fernbeziehungen können funktionieren, wenn beide kompromissbereit sind, also z.B. bereit sind, Termine zu verschieben oder nicht wahrzunehmen, um den anderen am Wochenende zu besuchen.  Man wird trotzdem an seine Grenzen kommen, denn es wird nicht leichter, sondern immer schwerer und nicht selten ist man mit den Nerven am Ende und will einfach nur heulen. Doch solange man weiß, dass Aussicht auf Besserung besteht, ist es dennoch machbar und man weiß zunehmend, dass die Beziehung stark ist und viel aushält, denn Vertrauen ist hier Pflicht.
 4. Auch Schwaben und Badenser können zusammen sein, es ist nur ein bisschen wie bei Romeo und Julia:D

Alles Liebe
Eure Doro

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen